
Jahreshauptversammlung 2012
Ziel ist die Ausweisung des Freudensteins zum Naturwald
Der NABU Donsbach beschäftigte sich unter anderem in seiner Jahreshauptversammlung mit dem Waldgebiet Freudenstein. Dieses wichtige Waldstück mit seiner zirka 20 Hektar großen Fläche sei, so der Vorsitzende des NABU Donsbach Kurt Dietermann, von immenser Bedeutung. Im Freudenstein seien Flora und Fauna noch reichlich vorhanden. Besonders bedürfe es dem Schutz des Roten Milans. Von dieser schönen Vogelart gebe es weltweit 60 Prozent alleine in Deutschland. Daher gehe der Schutz dieser Vogelart dem Wirtschaftswald vor. Deutschland habe sich zu dessen Schutz verpflichtet. Leider hätten die städtischen Gremien und der Forst die Wichtigkeit eines solchen Naturwaldes, auch im touristischen Sinne, noch nicht erkannt. Die Stadt Dillenburg gehe diesem Thema mit der Begründung aus dem Wege, bis 2013 abzuwarten, da dann die Forsteinrichtung neu bewertet werde. Auch in Bezug auf das Naturdenkmal der Wacholder neben dem Weg nach Langenaubach gibt es leider kaum Fortschritte. Um dieses Naturdenkmal weiterhin am Leben zu erhalten, müssten die angrenzenden Fichten gefällt werden. Diese nähmen den Wacholdern das unbedingt benötigte Licht. In beiden wichtigen Fällen werde der NABU, so Dietermann, am Ball bleiben. Im Bereich des Naturschutzes gebe es mit Förster Bernhard Klement eine gute Zusammenarbeit. Diese zeige sich besonders auf dem Gebiet der Grube Constance in Langenaubach. Der dortige Steinbruch sei für Tiere ein wichtiges Rückzugsgebiet. Die Stollen würden regelmäßig von Fledermäusen zum Überwintern genutzt. Weiter kümmere sich der NABU um die Landschaftspflege in der Gemarkung. Hier wurden zahlreiche Pflegemaßnahmen durchgeführt. Ein Dank gelte den Donsbacher Landwirten: Selten würden die Landschaften im alten Dillkreis besser gepflegt als in Donsbach. Über den Tellerrand hinausschauend kritisierte Dietermann, dass die Versiegelung der Landschaft immer weiter um sich greife. Diese mache auch vor Dillenburg nicht halt. Es gehe immer mehr Natur verloren, und dies unausweichlich. Im letzten Jahr habe der Verein eine Vogelstimmenwanderung, eine Schmetterlingsexkursion und das Apfelfest durchgeführt. Daneben wurde ein Film über den Vogel des Jahres 2012, die Dohle, gezeigt. Im laufenden Jahre biete man im Mai eine Naturkundliche Wanderung, im Sommer eine Heideveranstaltung und im Herbst wieder das Apfelfest an. Erstmals nehme der NABU Donsbach an der Ferienpassaktion der Stadt Dillenburg teil. Unter dem Motto Natur auf der Spur würde den Kindern angeboten Flora und Fauna kennen zu lernen, so Dietermann abschließend.
Verfaulenden Heuballen in der Umgebung
Leserbrief vom 8. Januar 2012 in der Dill-Zeitung
Es fällt schon länger auf, dass die Landwirte teilweise ihre Heuballen nicht entsorgen. Dies trifft auch auf unsere Umgebung zu. Die Heuballen liegen verfault in der Landschaft herum. Dazu kommt noch, dass die Folien, welche zum Schutz der Heuballen dienen sollen, in der Gegend herumfliegen. Dies ist nicht nur für das Auge nichts Schönes, sondern auch umweltschädlich. Der NABU bittet daher die Landwirte, die Heuballen ordentlich zu entsorgen. Mit ein bisschen mehr Ordnungssinn und Umweltbewusstsein sollte dies doch kein Problem sein. Aber auch die zuständigen Umweltbehörden und Ordnungsämter sollten hier tätig werden. Eigentlich müsste es soweit ja gar nicht kommen.
Leserbrief zum Artikel "FSC-Zertifizierung des Druckhauses Weidenbach"
Leserbrief vom 14. November 2011 in der Dill-Zeitung
Die Zeitung berichtete unter der Überschrift " Weidenbach setzt auf Umweltschutz" über die FSC-Zertifizierung des Dillenburger Druck- und Verlagshauses Weidenbach.
Wir zeigen uns erfreut darüber, dass das Druckhaus Weidenbach Produkte benutzt, die nach dem „Forest Stewardship Council“ (FSC) zertifiziert sind. Dies umso mehr, weil die Firma nun im Bereich der Druckindustrie in der Frage des Umweltschutzes eine Vorreiterrolle spielt. Wir hoffen auf Nachahmer.
Für uns gibt es keine Alternative zur FSC-Zertifizierung, zumal alle Umweltverbände, Gewerkschaften und große Unternehmen – Praktiker-Markt, Obi, Otto-Versand – sich der Zertifizierung angeschlossen haben.
Für Holz und Holzprodukte setzt das FSC-Siegel in ökologischer, sozialer und forstlicher Hinsicht internationale Standards. Das Siegel bewährt die gleichberechtigte Beteiligung von gesellschaftlichen Interessen, in denen Umwelt, Wirtschafts-, und Sozialinteressen gleiches Stimmrecht haben.
Der FSC ist weltweit einheitlich. Leitbild ist die natürliche Waldgesellschaft. Darunter versteht man alle Baumarten, aber auch andere Pflanzen, Tiere und Pilze, die ohne menschlichen Einfluss in einem Wald vorkommen würden. Daher sollten fremdländische Baumarten nur einen begrenzten Anteil in deutschen Wäldern haben. Des Weiteren muss auf den Einsatz von Chemie verzichtet werden.
Teile der der Forstwirtschaft sind leider noch nicht so umweltbewusst, da scheinbar die Waldbewirtschaftung ohne Chemie aufwändiger wäre. Diese Aussage hält aber bei näherer Betrachtung nicht Stand. Daher bedauern wir es, dass sich Hessenforst an dieser wichtigen Zertifizierung nicht beteiligt.
In FSC-Zertifizierten Wäldern wird kontrolliert, ob Naturschutzgesetzte und -verordnungen eingehalten werden. So wird sichergestellt, dass geschützte Arten und Lebensräume durch die Waldbewirtschaftung nicht gefährdet werden.
Schon vor zehn Jahren hat sich der NABU-Kreisverband für eine Zertifizierung stark gemacht. Im Lahn-Dill-Kreis wurde bei den Bürgermeistern und den Gremien vorgesprochen, um zumindest die Kommunalwälder nach FSC zu zertifizieren. Leider blieb der Erfolg aus.
Es muss in den Köpfen der Lokalpolitiker ein Umdenken für die jetzige Generation, zumindest aber für die zukünftige Generation erfolgen.
Leserbrief zum Artikel „Verzerrte Wahrnehmung der Fakten“ des Forstamtes Herborn
Leserbrief vom 14. September 2011 in der Dill-Zeitung
Wir übten Kritik an forstwirtschaftlichen Maßnahmen in Donsbach. Das Forstamt Herborn war uns daraufhin eine „verzerrte Wahrnehmung“ vor.
Sehr geehrter Herr Forstamtsleiter Rode, Sie werfen dem NABU Donsbach verzerrte Wahrnehmung vor. Uns scheint, Sie haben den Pressebericht in weiten Teilen falsch verstanden.
1. Das Forstamt steht weniger zu Diskussion als die Stadt Dillenburg. Sollten Sie aber mit Ihrem Beistand zur Stadt Dillenburg den eventuell geplanten Eigenbetrieb Wald der Stadt verhindern, so sind wir als NABU sehr zufrieden.
2. Sie wissen genau, übrigens ist mit Ihnen schon darüber gesprochen worden, dass die Wacholderheiden kein Problem der Pflege sind, sondern die auf der anderen Seite des Weges stehenden Fichten. In vielen Gesprächen, Anträgen und Schreiben wurde darauf hingewiesen. Wir haben dem Forstamt Herborn nie einen Vorwurf gemacht wegen der Aufforstung bei den Wacholderheiden. Wir wehren uns jedoch gegen Aussagen, das Donsbach genug Wacholderheiden hätte.
3. Das in vielen Bereichen der Bevölkerung und des NABU der Eindruck vorhanden ist, mit dem Wald müsste sorgfältiger umgegangen werden und nicht Euro vor Ökologie stehen muss, ist eine Tatsache.
4. Zur Kritik, es ließe sich mit dem NABU Donsbach kein Vertrauensverhältnis aufbauen, ist gerade von Ihrer Seite, Herr Rode, abwegig, weil wir Sie immer mit anderen Augen gesehen haben.
Jedenfalls wird sich der NABU Donsbach weiter zu Wort melden, wenn es nötig ist. Sollte dies ein vertrauensvolles Verhältnis stören, ist das Ihre Sache. Zu begrüßen wäre es für die Zukunft, dass der NABU Donsbach wieder des Öfteren gehört wird.
Naturschutzpolitik der Stadt Dillenburg
Presseerklärung vom 7. September 2011 in der Dill-Zeitung
Dillenburg gibt ein klägliches Bild in Bezug auf Naturschutz ab. Dies ändert auch nichts daran, dass sich Bürgermeister Lotz und der Forstamtsleiter Rode mit einem liegenden Baumstamm zum Jahr des Waldes oder beim Pflanzen des Baumes des Jahres, wie zum Beispiel eines Wacholders, ablichten lassen.
Diese Bilder und Berichte in der Presse könnte man fast so interpretieren, dass man zwar für die Natur ist, dafür aber nichts tut. Zehn Jahre wird schon darüber diskutiert, die Wacholderheide in Donsbach am Weg zu Langenaubach zu retten. Da flattern einem nicht ernst zu nehmende Argumente auf den Tisch, dass Donsbach ja genug Wacholderheiden hätte. Dabei sind ein großer Teil unserer Wacholder schon vor Jahren mit Fichten bepflanzt worden.
Der Antrag den Freudenstein als Naturwald auszuweisen wurde unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass man dann auch in anderen Stadtteilen kommunalen Wald unter Schutz stellen müsste. Wahrlich keine gute Begründung –eigentlich gar keine. Als weiterer Grund wurde genannt, dass der Naturwald zu teuer sei, da dort kein Schlagholz mehr gemacht werden könnte und einige Bäume wie die Douglasie, die Buche, die Eiche und die Elsbeere der Stadt kein Geld mehr in die Kasse spülen könnte. Scheinbar wurde kein einziger Gedanke für die Schutzwürdigkeit der dort lebenden Tiere und Pflanzen aufgebracht.
Festmeter und Euro sind das vorrangige Ziel von Dillenburg; dies zeigt sich auch in anderen Bereichen. Dillenburg hängt im Natur- und Landschaftsschutz weit hinterher. Dazu tragen alle Parteien bei. Eine Wende scheint nicht in Sicht, da die zuständigen Personen im Umweltausschuss und die herbeizitierten sogenannten Fachleute dem Bürgermeister total hörig sind. Man hätte sich auch mal bei den Naturschützern informieren können.
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